Beurteilung des Schimmelpilzwachstums

Beurteilung des SchimmelpilzwachstumsBei ungünstigen Umgebungsbedingungen kann auf Bauteiloberflächen mikrobielles Wachstum entstehen. Die wichtigsten Einflußparameter sind Temperatur und relative Feuchte sowie ein entsprechender Nährboden und die tägliche Dauer der zusammenwirkend wachstumfördernden Bedingungen (Koinzidenzdauer). Während Bakterien zum Wachstum relative Luftfeuchten von mindestens 90% benötigen, können gewisse xerophile Schimmelpilzarten schon ab Feuchten von 65%, die meisten Arten ab 80% gedeihen. Die größte Temperaturbandbreite für das Gedeihen liegt ebenfalls beim Schimmelpilz vor, nämlich zwischen 0°C und 50°C. Daher wird generell im genannten Temperatur- und Feuchtebereich ein Gefährdungspotential gesehen.

Bild 1 zeigt die qualitative Bewertung der Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze in Abhängigkeit von den genannten Einflußfaktoren. Diese funktionalen Zusammenhänge bilden die Basis für eine Prognosemethode zur Beurteilung von Schimmelpilzwachstum, die bereits mehrfach angewendet und experimentell validiert wurde [1]. Als Eingangsdaten fungieren die lokalen Temperatur- und Feuchteverhältnisse aus der instationären Simulation. Die erforderliche Verknüpfung der Einflußparameter erfolgt mit Hilfe der Fuzzy-Logik. Sie berücksichtigt die in der Natur vorhandene Unschärfe z.B. bei der Angabe eines für das Wachstum der Schimmelpilze günstigen Feuchtebereichs. Das Ergebnis der Prognose ist ein Maß für die Stärke des Schimmelpilzwachstums. An einer Erweiterung der vorgestellten instationären Methode hin zu einem Sicherheitskonzept bzgl. der Vermeidung von Schimmelpilzwachstum, wie es in [2] gefordert und für stationäre Verhältnisse abgeleitet wurde, wird noch gearbeitet.

Literatur

Sedlbauer, K.; Oswald, D.; König, N.: Schimmelgefahr bei offenen Luftkreisläufen. Vorstellung einer Prognosemethode auf der Basis von Fuzzy-Algorithmen. Gesundheits-Ingenieur, Heft 5 (1998), S. 240 – 247.
Cziesielski, E.: Schimmelpilz – ein komplexes Thema. Wo liegen die Fehler? wksb 44 (1999), H. 43, S. 25 – 28.

 

Seite erstellt: 20 Apr 2001; letzte Änderung: 16 Jul 2012